Mittwoch, 23. Januar 2013

King Oddball

Publisher: 10tons Ltd.
OS: Android, iOS, Windows 8, Blackberry und weitere
Preis: 2,69 € (iOS)
App-Store-Link: iOS, Google Play

King Oddball ist kein ganz neues Spiel im App Store, aber ist in meinen Fokus gerückt, weil es kurzfristig kostenfrei zu haben war. Aufmerksame kwAPPcast-Hörer kennen den Publisher durch den Titel Joining Hands (kwAPPcast Nummero 10), der genau wie King Oddball auf einer Vielzahl von Plattformen erhältlich ist. Es ist schon erstaunlich für wie viele Systeme 10tons Spiele veröffentlicht.
Rein inhaltlich ist King Oddball ein Physik-Puzzler, ein Genre, das sich speziell seit Angry Birds großer Beliebtheit erfreut. Schaut man sich Screenshots dieses Titels an, dann sieht er dem wohl bekanntesten Mobile Game auch nicht unähnlich. Und richtig, hier gilt es auch Gegner und eine (rudimentäre) Level-Architektur mit möglichst wenigen Wurfobjekten zu zerstören.

Der Hauptprotagonist ein merkwürdiger („odd“), runder („ball“) König („King“), der wie ein Mond über den Levels schwebt. Im Gegensatz zu Angry Birds gibt es bei King Oddball keinen Ziel- und Spannmechanismus, mit dem die Projektile verschossen werden. Stattdessen schwingt der King mit seiner Zunge einen Stein hin- und her. Die Aufgabe des Spielers ist es, durch Tappen auf das Display, im richtigen Moment loszulassen und so den Stein möglichst präzise auf die (unbeweglichen) Gegner zu schleudern. Das ist in den ersten Levels relativ trivial, doch in späteren Abschnitten gibt es in der Regel mehr Gegner zu zerstören, als Geschosse zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass der Spieler durch geschicktes Einreissen von Strukturen, Abprallen von Gegnern oder Treffen von Dynamitkisten möglichst effektiv mit seinem Stein-Vorrat haushalten muß.

Hail to the king, baby!

Spielerisch geht die Mechanik gut von der Hand, es wird auch nur ein Touch auf dem Display benötigt, um einen kleinen Felsen loszulassen und – gutes Timing vorausgesetzt – möglichst viele Gegner zu zerstören. Insofern eignet sich King Oddball besonders gut für die tastenlose Generation mobiler Endgeräte. Inhaltlich klingt das jetzt vielleicht sehr unspektakulär, doch die Lernkurve ist recht angenehm, da die Levels nach und nach kniffeliger werden und später wirklich präzises Tappen nötig ist, um kunstvolle Kettenreaktionen auszulösen.

Das Schutzschild um den Hubschrauber sorgt für etwas Abwechslung.

Der grafische Stil ist charmant, da eigen. Insbesondere der King ist ein angenehm abwegiger Charakter und wäre in einem Horrorspiel wohl auch nicht fehl am Platze. In Verbindung mit der beschriebenen Mechanik wirkt er aber einfach nur schön skurril. Negativ muß man allerdings auch die ewig gleichen Gegner erwähnen, die im einheitlichen Dunkelgrün auf ihre Zerstörung warten. Das macht das Ganze unnötig trist, da reißt auch der farblich veränderte Hintergrund und der merkwürdige wie kunstvolle Rauschfilter, der über den Ingame-Passagen gelegt wurde, nichts mehr heraus.

Die Weltkarte dient als Level-Auswahl.

Trotz dieses Mankos macht das Spiel Spaß und zieht aufgrund seiner leichten Bedienung schnell in seinen Bann. Das berühmte „schnell einen Level noch“ greift auch bei King Oddball. Dennoch war ich lange bei einer 3-Sterne-Wertung und zwar vor allem aufgrund der mangelnden Abwechslung (spielerisch und auch optisch). Mit der Zeit deckt man auf der Weltkarte, die als Levelauswahl-Bildschirm dient, allerdings Gimmicks oder weitere Herausforderungen auf, die das Ganze auflockern. Als ich ein kleines rotes Telefon freigespielt hatte, mit dem ich in der Lage war mit King Oddball zu kommunizieren und – das richtige Schlüsselwort vorausgesetzt - geheime Levels zu spielen war es dann Essig mit der zurückhaltenden Wertung: 4 / 5 Sterne kann ich dem Spiel schon guten Gewissens geben. King Oddball ist insbesondere eine Empfehlung, weil es auf nahezu allen mobilen Plattformen erhältlich ist. Wen das Geschriebene anspricht sollte also mal im App Store seines Vertrauens auf die Suche gehen!

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